Das Terrarium

Aufgrund seiner geringen Größe, lässt sich der Königspython recht einfach halten. Nach Mindestanforderung des Bundesministeriums sind die Maße des Terrariums mit folgenden Zahlen, mal der Körperlänge zu errechnen:
1 x 0,5 x 0,75. Das bedeutet für zwei Königspython mit einer Durchschnittslänge von ca. 1,30 darf das Terrarium die Maße 1,30 x 0,65 x 0,98 nicht unterschreiten.

In einem Terrarium mit diesen Maßen lässt sich leicht ein artgerechtes Biotop einrichten. Ob das Terrarium aus Glas, Holz oder Kunststoff sein soll, ist jedem selbst überlassen. Es empfiehlt sich eine Art Wärmedämmung in das Terrarium einzubauen. Das erreicht man am Besten wenn man drei Seiten des Terrariums mit Kork oder ähnlichem Material verkleidet.

So lassen sich sicherlich einige Euros im Jahr sparen. Damit die Schlage ein weiteres  Sicherheitsgefühl hat, ist es auch zum Vorteil, dass das Terrarium nicht mehr von allen Seiten einsehbar ist. Ein Terrarienschloss sollte auf jeden Fall verwendet werden. Das steigert die Sicherheit und es hat nicht jeder Zugang zum Tier.


 

Einrichtung

Fangen wir mal beim Untergrund an. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Untergründen für das Terrarium. Jeder sollte sich seiner Meinung nach den besten Untergrund für seine Zwecke aussuchen. Aus dem Grund, dass unsere Terrarien einmal die Woche komplett gereinigt werden, verwenden wir Zeitung. Zeitung ist recht günstig und die Terrarien sind schnell und einfach zu säubern. Ein Punkt den viele unterschätzen, da der Terrarien Untergrund regelmäßig erneuert werden sollte.

Eine Trinkschale, die so groß ist das ein Tier darin baden könnte, muss im Terrarium vorhanden sein. Die Trinkschale sollte zu einem Teil mit beheizt werden. Es ist sinnvoll die Trinkschale so in das Terrarium zustellen, dass man jeder Zeit schnell an sie ran kommt. Das erleichtert den täglichen Wasserwechsel.

Des Weiteren darf eine Höhle im Terrarium nicht fehlen. Ich empfehle eine Kunststoffhöhle, wie z.B. eine Tupperschale, in die ein Einstiegsloch geschnitten wird. Diese Höhle kann nun mit Torf oder Moos  befühlt werden, so hat man einen perfekt simulierten Termitenbau, den der Königspython auch in seinem natürlichen Lebensraum aufsucht. Dieser simulierte Termitenbau bietet der Schlange nicht nur ein hohes Sicherheitsgefühl, es herrscht auch eine hohe Luftfeuchtigkeit im inneren der Höhle.

Diese Luftfeuchtigkeit braucht der Königspython und er wird sicherlich sehr viel Zeit in dieser Höhle verbringen. Ein Punkt den man hierbei noch bedenken sollte ist: In dieser Kunststoffhöhle befühlt mit Torf oder Moos herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine hohe Temperatur. Der perfekte Nährboden für Pilze, Bakterien und Parasiten die im Terrarium überhaupt nichts zu suchen haben.

Um dieses Problem gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte die Höhle mindestens einmal die Woche komplett gereinigt werden. Hierbei reicht es nicht nur den Kot und den Haarstein täglich zu entfernen, auch der Untergrund sollte einmal die Woche erneuert werden.

Um den Königspython ein artgerechtes Terrarium zur Verfügung zu stellen, sollten jetzt noch Klettermöglichkeiten, Ablagen und Kunststoffpflanzen in das Terrarium integriert werden. Hier kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen um den Königspython ein schönes artgerechtes Terrarium bieten zukönnen.


 

Elektronik und Steuergeräte

Der Königspython verbringt seine Zeit am Tage damit, in irgendwelchen Erdlöchern oder im Termitenbau rum zu liegen. Da er überwiegend in der Nacht aktiv ist, bekommt er vom Tageslicht nicht viel mit. Im Terrarium sollte aber trotzdem der natürliche Tag – Nacht Zyklus simuliert werden. Ich halte eine Beleuchtung vom späten Morgen bis hin zum frühen Abend für ausreichend. Geeignete Leuchtstoffröhren oder auch Birnen, findet man in jedem Terraristikladen. Diese sollten dann über eine Schaltzeituhr gesteuert werden, so erspart man sich das ewige an- und ausmachen per Hand.

Kommen wir zur Beheizung des Terrariums. Was ich schon bei vielen Terraristik Freunden beobachten konnte ist: Viele beheizen ihr Terrarium ohne Steuergeräte und ohne richte Wärmequellen. Es werden oftmals Glühbirnen benutzt die das Terrarium beleuchten sollen, das diese dann auch noch etwas Wärme abgeben, veranlasst viele dazu keine weiteren Wärmequellen in das Terrarium einzubauen. Ein fataler Fehler.

Den in der Nacht, wenn die Glühbirne aus ist, kühlen sehr viele Terrarien so stark ab, dass es nicht mehr möglich ist im Terrarium die artgerecht Nacht Temperatur zu erzeugen. Oftmals werden die Tiere nach einiger Zeit krank (Lungenentzündung) und sterben im schlimmsten Fall. Ich rate von dieser Methode ab, da es nicht möglich ist das Terrarium rund um die Uhr richtig zu beheizen. Licht und Wärme sollten immer separat von einander gesteuert werden.

Besser währe es, wenn man sich eine geeignete Wärmequelle aussucht wie z.B. eine Heizmate, ein Heizkabel oder eine spezielle Wärmelampe (nur für Wärme, ohne Licht). Diese wird dann so im Terrarium eingebaut, dass ein Sonnenplatz entsteht. Am Besten auf der rechten oder linken Seite im Terrarium (Damit ein Temperaturgefälle im Terrarium erzeugt wird). Der Sonnenplatz ist der wärmste Platz im Terrarium.

Damit man nun die gewünschte Temperatur im Terrarium erzeugt, wird die Wärmequelle an einen Temperatursteuergerät angeschlossen, wie z.B. einem Biotherm oder einem ähnlichen Gerät. An diesem Steuergerät lässt sich ganz leicht die gewünschte Temperatur einstellen. Es macht Sinn den Fühler vom Steuergerät am Sonnenpunkt zu befestigen, so kann man ganz einfach die Höchsttemperatur einstellen die man braucht und im restlichen Terrarium herrscht nun ein Temperaturgefälle von ca. 34-28 Grad.

Diese Temperaturen sind für den Königspython am Tage optimal. Nachts sollte die Temperatur um 5 Grad gesenkt werden um den Tag – Nacht Zyklus beizubehalten und um den Tier nicht dauerhaft hohe Temperaturen auszusetzen (Dauerhaft hohe Temperaturen können den Tier schaden). Gute Steuergeräte schalten automatisch in der Nacht um 5 grad ab, oder man kann diese Nachttemperatur noch zusätzlich am Steuergerät einstellen.

Zur Sicherheit sollten jetzt noch drei Thermostate im Terrarium befestigt werden. Eines am Sonnenpunkt, das andere am kühlsten Punkt und das Letzte so, das man die Umgebungstemperatur messen kann. Jetzt sollte das Terrarium rund um die Uhr perfekt beheizt, beleuchtet und überwacht sein.

 


Rackhaltung

Widmen wir uns nun einem heiklen Thema zu, der Rackhaltung. Sicherlich vielen Leuten ein Dorn im Auge. Ich selber war auch lange ein Gegner der Rackhaltung. Ich möchte gerne meine eigene Erfahrung zu Text bringen und einige Zeilen darüber schreiben. Es kann sich ja jeder seine eigene Meinung bilden.

Wir halten unsere Königspython in ganz normalen artgerechten Terrarien, wie es wohl hoffentlich jeder tut. Da wir einen etwas größeren Tierbestand pflegen, hatten wir auch den einen und anderen Sorgenfall dabei. Die Tiere fraßen schlecht oder haben sich nicht richtig akklimatisiert.

Was folgte waren viele Sorgen und viele Besuche beim Tierarzt. Daraufhin haben wir uns darüber Gedanken gemacht und eine Art Krankenstation gebaut. Ein Racksystem. Nach reichlichen Überlegungen und vielen Ideen haben wir ein gut beheiztes und gut belüftetes Racksystem entworfen und gebaut. Das alle Voraussetzungen hatte um einen Königspython artgerecht darin zu halten.

Nachdem wir unsere Sorgenkinder in das Racksystem umgesetzt haben, mussten wir feststellen, dass diese schon nach kurzer Zeit viel besser ans Futter gegangen sind. Darauf hin haben wir uns entschieden alle unsere Neuzugänge erst einmal im Racksystem groß zu ziehen. Auch hier mussten wir feststellen dass alle Tiere von Anfang an besser fraßen und sich auch schneller entwickelten. Probleme mit der Akklimatisierung hatten wir seit dem auch nicht mehr. Und uns blieben einige Sorgen erspart.

Es ist jetzt einige Zeit vergangen und wir können bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts negatives über die Rackhaltung schreiben. Sicherlich ist es schön ein großes Terrarium seinem Tier zu Verfügung zustellen, aber ist es auch wirklich das Beste?

Es ist bekannt, dass sich in anderen Ländern die Rackhaltung längst durchgesetzt hat. Und auch bei uns im Lande findet man immer mehr Leute, die eine gute Erfahrung damit gemacht haben.

Fakt ist, in der Rackhaltung haben sich viele Tiere bei uns besser entwickelt. Wir haben keine Probleme mehr mit der Akklimatisierung, Futterspezialisten oder Futterverweigerer haben wir nach kurzer Zeit problemlos zum Fressen bekommen. Auch die Ansteckungsgefahr von sämtlichen Krankheiten haben wir durch die Einzelhaltung reduziert. Es gibt also viele Punkte die für eine Rackhaltung sprechen.

 

Es ist jedem selbst überlassen wie er seine Tiere hält, doch ein gut gebautes und funktionierendes Racksystem bietet auf jeden Fall eine gute Lösung zur Aufzucht, Genesung und zur Zucht.